Astronomie

Spektakuläres Himmelsereignis nur alle 13 Jahre: Heute wandert Merkur durch die Sonne

Merkur ist im Bild als rundes Scheibchen vor der Sonne zu erkennen. Bild: Nasa

Am Montag läuft Merkur praktisch zentral vor der Sonne vorbei. Das gibt es nur alle 13 Jahre.

Wenn das Wetter mitspielt, kann man am Nachmittag des 11. November ein seltenes und spektakuläres astronomisches Ereignis beobachten. Merkur, der innerste Planet unseres Sonnensystems, zieht vor der Sonne vorbei und wird dabei (durch einen Filter betrachtet) als schwarzer Punkt vor der Sonne sichtbar. Dieses Phänomen wird von Astronomen als Merkurtransit bezeichnet und findet in Abständen von jeweils dreieinhalb bis 13 Jahren statt.

Um 13.36 Uhr tritt der Merkur am linken Sonnenrand vor die Sonne und wird sich um 16.20 Uhr ziemlich genau im Zentrum der Sonnenscheibe befinden. Um 16.55 Uhr geht die Sonne unter, das Ende des Merkurdurchgangs wird jedoch erst um 19.04 erreicht sein. Das Ausserordentliche an diesem Merkurtransit ist die Geometrie – der Planet läuft praktisch zentral durch die Sonne, was sehr selten ist.

Der letzte fast zentrale Merkurdurchgang war am 10. November 1973 zu beobachten. Der nächste Merkurtransit ist erst wieder am Morgen des 13. November 2032 zu beobachten. Im 21. Jahrhundert kommt es insgesamt zu 14 Merkurdurchgängen, die jeweils nur auf der Tagseite der Erde sichtbar sind.

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Merkur ist zu klein, um die Sonne zu verfinstern

Theoretisch handelt es sich beim Merkurdurchgang vor der Sonne um eine kleine Sonnenfinsternis, denn das Prinzip ist dasselbe. Wie bei einer Sonnenfinsternis stehen Sonne, Erde und Merkur in einer Linie, nur ist Merkur viel zu klein, als er die Sonne verfinstern könnte. Er kann maximal 0,004 Prozent der Sonnenfläche abdecken. Der Merkur ist auch zu klein, um mit Hilfe einer Sonnenfinsternisbrille als schwarzer Punkt vor der Sonne erkennbar zu sein. Der Merkurtransit kann jedoch gut mit einem kleinen Teleskop oder Feldstecher beobachtet werden.

Dabei ist es sehr wichtig, einen Sonnenfilter vor die Gläser dieser Instrumente zu installieren. Der Blick zur Sonne durch ein ­ungeschütztes optisches Instrument (Ferngläser, Fernrohre) kann in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen!

Es gibt spezielle Folien zur Sonnenbeobachtung (ASSF: AstroSolar Spektiv Filter, Baader Folie), die man in Fachgeschäften erhalten kann. Auf einigen Sternwarten kann das Ereignis am 11. November sogar direkt beobachtet werden.

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