Coronavirus

Neuer Chef der Corona-Taskforce: «Weitere Lockerungen liegen nicht drin»

Jetzt sei der falsche Moment, um Grossveranstaltungen wieder zuzulassen, sagt Martin Ackermann.

Martin Ackermann ist seit dem 1. August neuer Leiter der Corona-Taskforce des Bundes. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sieht er derzeit keinen Spielraum für weitere Lockerungen der Schutzmassnahmen.

Wir seien ganz nahe an einem exponentiellen Wachstum und hätten deshalb praktisch keinen Spielraum mehr, sagt Martin Ackermann in einem Interview mit der «Sonntagszeitung». «Weitere Lockerungen wie die Bewilligung von Grossveranstaltungen liegen in dieser heiklen Situation nicht drin.»

Weiter unterstützt der Leiter der Corona-Taskforce eine Maskenpflicht in Innenräumen, wie sie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kürzlich den Kantonen empfohlen hat. «Das ist eine sehr sinnvolle Massnahme», so Ackermann. Zudem ist er der Meinung, dass die Grösse der öffentlichen Anlässe auf 100 Teilnehmer reduziert werden sollte, da eine exponentielle Zunahme der Coronafälle drohe.

Wir müssen uns an gewisse Massnahmen gewöhnen

Eine Durchseuchungsstrategie lehnt der Wissenschaftler hingegen ab: «Bei allem, was wir heute wissen, funktioniert eine Durchseuchungsstrategie nicht.» Es sei nicht klar, wie gut Menschen, die Corona durchgemacht haben, danach vor einer zweiten Erkrankung geschützt seien. Ausserdem würde selbst eine kontrollierte Durchseuchung sehr viele Tote und Schwerkranke fordern.

An gewisse Massnahmen müssten wir uns gewöhnen, so dass wir sie als normal empfinden, sagt Ackermann im Interview weiter. «Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass die Normalisierung von einem Tag auf den anderen eintreten wird.» Das werde schrittweise erfolgen.

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