Trimbach

«Es ist eine Gemeinschaftsprojekt geworden»: Zum Jubiläum zu 775 Jahren Trimbach

Ein Höhepunkt: Strohmann und Kauz führten durchs Gespräch.

Die Feiern zum 775-Jahr-Jubiläum Trimbach fanden ihren Höhepunkt in einem Unterhaltungsnachmittag.

Ein Unterhaltungsabend im Mühlemattsaal schloss am Samstagnachmittag die Jubiläumsfeiern zu 775 Jahren Trimbach unter dem Motto «Zäme fyre» ab.

Der Nachmittag startete mit einem Konzert der Musikgesellschaft Trimbach. Parallel dazu stiess das Kasperli-Theater mit Tabea Falkner bei vielen Familien auf Anklang. Als am frühen Nachmittag eine Diashow mit Trimbacher Fotos und ein Film mit Interviews gezeigt wurden, waren nur noch wenige Plätze unbesetzt. Die Fotos von Christoph Henzmann zeigten typische Sujets des heutigen Trimbachs. In den Interviews gaben Trimbacher von jung bis alt Auskunft zu Fragen wie «Wenn du einen Zauberstab hättest, was würdest du an Trimbach ändern?» oder «Was für einen Rekord würde Trimbach im Guinness-Buch der Rekorde aufstellen?». «Mehr Grün» oder «ein durchgehender Schlittelweg von der Froburg zum Mühlemattschulhaus» waren etwa Antworten auf die erste, «das grösste Wernli-Chrömli» oder «der grösste wöchentliche Töff-Treff» auf die zweite Frage.

Was ist besser als früher? Die Schule

Als nächster Programmpunkt sang die Trimbacher Gruppe «Musical for You» ein Medley mit Musical-Songs. Dann startete das eigentliche Highlight des Nachmittags: Rhaban Straumann und Matthias Kunz, bekannt als «Strohmann und Kauz», führten humorvoll durch ein Podiumsgespräch mit Trimbacher Gästen, die sich fürs Dorf engagierten: der ehemalige langjährige Gemeindepräsident Josef Reichmuth, Gemeinderätin Silvia Lehmann, die ehemalige Wirtin Martha Heiniger, der Mitorganisator der Feier Urs Ramseier und Unternehmer Hans Marti. Gemeinsam räumten sie mit Klischees – wie «es louft nüt» – über Trimbach auf. Bei der Frage nach positiven Veränderungen fielen den Podiumsteilnehmern erst nur negative Punkte ein. Die Zahl der Vereine habe abgenommen und sie seien kleiner als früher. Da erwähnte Lehmann die Schulen, die sich weg von diktatorischen Verhältnissen entwickelt haben und bezüglich Gleichstellung der Geschlechter vorangegangen sind.

Als Einschub folgte ein Film mit alten Aufnahmen von Trimbach, etwa vom Ruinenfest auf der Froburg aus dem Jahr 1981 oder Dorfaufnahmen aus den 30er- und 40er-Jahren. Zu lachen gaben die Aufnahmen mit dem Titel «Fit mit Röbi» von 1975, die den damaligen Hauswart des Gerbrunnen-Schulhauses am Stufenbarren zeigten und Erinnerungen bei den Podiumsteilnehmern weckten. In der zweiten Runde kam die Offenheit des Dorfs zur Sprache. «Wenn jemand Fremdes kommt, stellen wir einfach einen Stuhl hinzu», fand Heiniger in Erinnerung an ihre Wirtsstube. Neben der Vergangenheit und der Gegenwart Trimbachs war auch die Zukunft ein Thema, etwa die Entwicklung des heutigen Wernli-Areals. Matthias Kunz bilanzierte die Podiumsvoten zum Schluss zu einer witzigen Zusammenfassung.

Weil’s so schön war: 777 Jahre wird gefeiert

Organisiert wurden die Jubiläumsveranstaltungen von einem fünfköpfigen Organisationskomitee. Darin vertreten war Urs Ramseier, Präsident des Vereins Trimbacher Kulturgut und bereits Initiant der Feier zum 750-Jahr-Jubiläum. «Im Programm sind alle Dorfvereine vertreten, was gut zum Motto ‹Zäme fyre› passt», fand er. Dies freute auch Gemeindepräsident Martin Bühler, der ebenfalls im OK mithalf. «Viele Vereine kamen auf uns zu und boten ihre Hilfe an», sagt er. «Dadurch ist der heutige Nachmittag ein Gemeinschaftsprojekt geworden. Und genau darum geht es: Die Gemeinschaft aufleben zu lassen und sich auszutauschen.» So sorgten die Kirchen, das Tenniscenter und die Jubla für die Verpflegung. Die Familie von Felten präsentierte ihren ersten Trimbacher Wein an ihrem Degustationsstand, der den ganzen Nachmittag über gut besucht war. Von der im Podiumsgespräch erwähnten Durchmischung Trimbachs war an der Feier jedoch nur ein Teil abgebildet: vor allem ältere, alteingesessene Trimbacher waren anwesend. Grund zum Feiern gibt es in Trimbach schon bald wieder: In zwei Jahren jährt sich die erste urkundliche Erwähnung Trimbachs zum 777. Mal. «Wir sind jetzt warmgelaufen, in zwei Jahren gibt es dann hoffentlich noch etwas Grösseres», verriet Bühler.

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