Sie gehören bei vielen Kindern zu den Lieblingssauriern, kennt man sie von den «Feuersteins» oder vom Trickfilmklassiker «In einem Land vor unserer Zeit» – die Langhalssaurier. «Langhalssaurier waren schon als Kind meine Lieblingstiere», sagt Museumsdirektor Stefan Frieden.

Deshalb habe er ihnen auch die neue Ausstellung gewidmet, deren Prunkstück das Bein eines Langhalssauriers ist. Mächtig steht es in der Ecke, die Besucher der Vernissage deutlich überragend. «Angefertigt und montiert wurde dieser Abguss von Paläontologe Ben Pabst persönlich», erklärt Stefan Frieden stolz. Der Saurierforscher Pabst hat das Originalskelett 1995 entdeckt.

Es handelt sich um den seltenen Sauropoden Galeamopus, der den Spitznamen Max erhalten hat. 2014 wurde er im Präparatorium des Sauriermuseums Aathal überarbeitet und steht nun dort in der Ausstellung. Man nimmt an, dass Max ertrunken ist und mit anderen Skeletten zusammengeschwemmt wurde.

Er sei noch nicht ausgewachsen gewesen, mittels Proben aus dem Oberschenkel konnte man sein Alter auf etwa 25 Jahre schätzen. «Spannend ist, dass es vom Galeamopus erst zwei Funde gibt», erklärt Stefan Frieden. Einer von ihnen sei eben der Max, der im Sauriermuseum Aathal stehe und von dessen Bein der Abguss für Friedens Museum angefertigt wurde.

Ein Museum zum Anfassen

Stefan Frieden und Vizedirektor Jan Müller haben die neue Ausstellung – genauso wie das gesamte Museum – mit Leidenschaft und viel Liebe zum Detail eingerichtet. Neben den Galeamopus-Knochen sind diverse Schädel und Modelle von anderen Langhalssauriern zu bestaunen, alles schön präsentiert und mit interessanten Informationen versehen. Wie viel wiegt eigentlich so ein Langhalssaurier?

Mit einer Balkenwaage kann das Tier mit diversen Elefanten aufgewogen werden, um eine Vorstellung seines Gewichtes zu bekommen. Auch originale Steine, die im Magenbereich von Sauropoden gefunden wurden, gibt es zu sehen. Man nimmt an, dass die Tiere diese Steine entweder rein zufällig geschluckt haben, oder aber dass sie ihren Mineralstoffbedarf decken sollten.

Neu im Museum ist aber nicht nur die Sauropoden-Ausstellung, sondern auch ein spezieller Marktstand über Saurierspuren. «Anfassen erlaubt», gilt dort, denn das Sauriermuseum richtet sich schliesslich vor allem auch an Kinder, deshalb darf vieles mit den Händen erkundet werden. Ferienpass und Kindergeburtstagspartys seien hoch im Kurs, freut sich Frieden. Ausserdem konnte man allein in diesem Jahr bereits 1200 Eintritte verzeichnen.

Die Ideen gehen Stefan Frieden nicht aus, er hat Grosses vor und ist derzeit auf der Suche nach einem Gelände in der freien Natur, auf dem er einen Saurierpark mit lebensgrossen Modellen errichten möchte.

Jeden Sonntag und am Mittwochnachmittag ist das Museum geöffnet. Infos: www.sauriermuseum-bellach.ch