Der Stadtrat will den Projektierungskredit für die Hammerunterführung nochmals ins Gemeindeparlament bringen. Warum?

Martin Wey: Im Rahmen der Budgetdiskussion im November 2015 hatten wir vom Stadtrat den Eindruck, dass das Parlament gar nicht vertieft über den Kredit debattieren konnte. Das möchten wir nachholen und dabei zeigen, wie das Projekt genau aussieht, wo es Sparmöglichkeiten gibt, wer alles finanziell daran beteiligt ist und wie wichtig die Unterführung als Verbindung des Fuss- und Veloverkehrs unter anderem für den neuen Stadtteil Olten SüdWest ist.

Einige stören sich an den voraussichtlichen Kosten von 15 Millionen Franken: Ist das Projekt überhaupt redimensionierbar?

Wir haben die Kosten des Projekts bereits um mehrere Millionen nach unten gedrückt (Anm. der Red.: Ursprungsprojekt mit Kosten von rund 25 Millionen Franken). Ob das weiter möglich ist, müssen Abklärungen zeigen. Eine Variante könnte sein, den Bau zu etappieren: Zuerst die Brücke über die Umfahrung ERO und den Teil der Unterführung bis zur bisherigen Rampe beim Bahnhof Hammer zu erstellen und erst in einer zweiten Phase den Weiterzug der Unterführung inklusive Brücke über die Dünnern zu bauen. Man muss aber auch sagen: Ein Durchstich ist einfach mit gewissen Fixkosten verbunden. 

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Gäbe es Varianten zu einer Personenunterführung Hammer?

Eine Möglichkeit wäre, eine Brücke über die Bahngeleise zu bauen. Das würde aber relativ anspruchsvoll, und die Machbarkeit müsste von den SBB noch geklärt werden. Eine weitere Idee ist, die bereits bestehende Überführung beim Damm in der Nähe zu nutzen und diese eventuell mit einem Lift auszubauen. Das wäre in meinen Augen aber dann weniger attraktiv.

Reicht eine Erschliessung für den Langsamverkehr über den Rötzmatt-Knoten nicht aus, wie Kritiker der Unterführung monieren?

Für die Fussgänger und Velofahrer ist dieser Weg aus Sicherheitsgründen mit der Querung der Umfahrungstrasse ERO und dem engen Rötzmatt-Tunnel sicher weniger attraktiv. Die Gefahr besteht, dass die Bewohner von Olten SüdWest aufs Auto umsteigen. Das wäre aus Sicht des Mobilitätskonzepts nicht gut: Wir wollen die Leute zu Fuss, per Velo oder Bus in die Innenstadt bringen.

Die Bruttokosten sollen rund 15 Millionen Franken betragen. Der Eigentümer von Olten SüdWest will zwei Millionen daran zahlen (das OT berichtete). Sollen weitere Nutzniesser wie zum Beispiel die SBB um Beiträge angegangen werden?

Bei den SBB fühlt man sich nicht in der Pflicht, wie es von ihrer Seite hiess (siehe auch Text unten). Von ihnen wird auf die Agglomerationsgelder des Bundes verwiesen in der Höhe von drei Millionen Franken. Das Einkaufszentrum Hammer 2 kann wahrscheinlich von mehr Kunden profitieren, fühlt sich aber wohl ebenfalls nicht angesprochen. Es dürfte schwierig sein, dass wir weitere Parteien neben Eigentümer und Bund für eine Kostenbeteiligung angehen könnten.

Wie wollen Sie die Unterführung Hammer in einer Volksabstimmung den Oltnern schmackhaft machen, die nicht direkt wie die Bewohner von Olten SüdWest davon profitieren?

Wir müssen eine Mehrheit der Oltner überzeugen, dass von der Unterführung nicht nur die Bewohner von Olten SüdWest profitieren, sondern auch weitere Bewohner der Quartiere Bornfeld oder Kleinholz. Diese direkte Verbindung in die Innenstadt könnte zudem den Geschäften mehr Kundschaft bringen und so bleiben Läden erhalten, die es sonst vielleicht nicht mehr geben würde.

Müssen die Oltner mit einer Steuererhöhung rechnen, damit die Stadt die Unterführung bauen kann?

Ob eine Steuererhöhung wegen des Projekts nötig ist oder nicht, kann ich derzeit nicht sagen. Eine weitere Verschuldung ist aber sicher problematisch.

Wenns ums Eingemachte geht: Ist der Bahnhofsplatz oder die Unterführung Hammer das wichtigere Projekt?

Für mich sind beide Projekte zentral. Aus der Sicht des Stadtrates ist es finanziell möglich, zuerst die Unterführung Hammer und danach den Bahnhofsplatz zu realisieren. Beide Vorhaben zugleich zu stemmen, geht hingegen nicht. Auch planerisch sind wir bei der Unterführung Hammer weiter als beim Bahnhofsplatz, was deren Vorzug rechtfertigt.