«Chäpsle» – ein oft genanntes Wort für locker-lässiges Hockeyspielen unter Freunden. Es hätte das EHCO-Testspiel an diesem Donnerstagabend in der Sagibach-Halle gegen den unterklassigen EHC Wiki-Münsingen in nur einem Wort bestens umschrieben. Der EHC Olten hatte das Spielgeschehen gegen die Feierabend-Hockeyaner aus der MySports-League erwartungsgemäss zu jederzeit unter Kontrolle.

EHCO-Trainer Fredrik Söderström zog ein positives Fazit: «Das Tempo und die Kreativität der Spieler im Umgang mit der Scheibe gefielen mir. Manchmal hatten die Spieler fast etwas den Hang zum extravaganten Spiel, aber man kann keinem Eishockeyspieler vorwerfen, nicht etwas Ausgefallenes probieren zu wollen, wenn er die Zeit und den Raum dazu hat», bilanzierte Söderström und meinte, der erste Sieg in der Schweiz fühle sich gut an.

Das Resultat von 9:3 war unter dem Strich für einmal nur Nebensache. Für das Team spricht, dass die EHCO-Spieler das Kunststück zustande brachten, dass die neun Treffer von neun verschiedenen Spielern erzielt wurden.

Das Spiel bot dem EHC Olten tatsächlich viel Raum zum Experimentieren. Wie es sich zur Vorbereitung gehört, wirbelte Söderström im Vergleich zum Ambri-Test die Reihen durcheinander. Lediglich das Verteidigerpaar Maurer/Heughebaert blieb bestehen, während etwa alle Sturmlinien neu daherkamen.

Erfrischender Auftritt der EHCO-Tryout-Spieler

Lüthi, Haas und Schwarzenbach setzten aus, dafür kamen die drei Tryoutspieler, Verteidiger Sturny und die Stürmer Salzgeber und Weibel, zu ihrem Einstand. Ihr erstes EHCO-Spiel dürfen sie als gelungen abhaken. Dabei war der Auftritt von Joel Salzgeber besonders erfrischend. Mit seinem Antritt und seiner Stocktechnik deutete er sein überdurchschnittliches Swiss-League-Niveau, das es zweifellos braucht für eine Saison beim EHCO, mit Überzeugung an.

Söderström hatte den drei Testspielern viel Eiszeit geschenkt. «Sie haben es sehr gut gemacht. Mein Job ist es, ihnen Spielpraxis zu ermöglichen. Die Frage ist nicht, ob sie gute Eishockeyspieler werden. Die Frage ist viel eher, wann sie den nächsten grossen Sprung machen», sagte Söderström.

Ganz allgemein bekamen die 195 Zuschauer ein offensives Spektakel des EHC Olten zu sehen. Insbesondere das Startdrittel war furios. Nachdem die Powermäuse fünf Tore in 15 Minuten schossen, schalteten sie einen Gang herunter. Und umso länger das Spiel dauerte, desto fahrlässiger wurden die Oltner im defensiven Spiel, die Fehler häuften sich.

Zu seinem ersten Einsatz im EHCO-Dress kam auch Torhüter Silas Matthys. Es war schwierig für ihn, den Spielrhythmus zu finden. Und dennoch war er zur Stelle, als er gefragt war. Bei den Gegentoren war er machtlos. Sie fielen aufgrund individueller Fehler seiner Vorderleute.

Bereits am Samstag testet der EHCO erstmals in dieser Saison im Kleinholz. Aus der DEL2 werden die Heilbronner Falken zu Gast sein. Dann dürfte wohl auch wieder etwas mehr als spassiges «Chäpsle» gefragt sein.